Allgemeine Informationen
Der gemeindliche Haushalt umfasst sämtliche Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde und dokumentiert so ihrer Zweckbestimmung.
Er ist aufgeteilt in einen Vermögens- und einen Verwaltungshaushalt.
Zur besseren Übersicht sind diese beiden Teile nochmals in 10 große Aufgabenbereiche, sogenannte Einzelpläne, untergliedert.
Die Finanzsituation der Gemeinde lässt sich gut mit der Finanzausstattung einer Familie vergleichen. Das einer Familie zur Verfügung stehende Einkommen wird in der Regel für die laufenden Ausgaben des täglichen Lebens (Miete, Kleidung, Nahrungsmittel usw.) verwendet.
Einkommen das nicht ausgegeben wird, bucht man für spätere Anschaffungen vom Girokonto auf das Sparkonto um.
Sobald dann Investitionen, wie z. B. der Kauf eines Hauses oder eines Autos, vorgenommen werden sollen, verwendet man das ersparte Geld. Reicht das „Ersparte“ nicht aus, wird spätestens bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit durch die Bank festgestellt, ob sich die Familie das Haus oder Auto auch „leisten“ kann. Die Bank wägt dann ab, ob genügend Geld verdient wird, um jedes Jahr die laufenden Ausgaben und zusätzlich auch die Zins- und Tilgungsleitungen aus den Einnahmen gezahlt werden können.
Der Verwaltungshaushalt
Im Verwaltungshaushalt, vergleichbar dem Girokonto, werden die Einnahmen bereitgestellt, die für die laufenden Zwecke verwendet werden. Der Betrag, der nicht im laufenden Jahr verbraucht wird, kann in den Vermögenshaushalt, also das Sparkonto, umgeschichtet werden.
Die Haushaltsmittel werden zum größten Teil für den Unterhalt und Betrieb der gemeindlichen Gebäude, Hallen, Schulen, Kanäle und Wasserversorgung usw. ausgegeben. Die Ausgaben hierfür belaufen sich heuer auf ca. 4,452 Mio. Euro oder 42 % der Ausgaben des Verwaltungshaushaltes.
Ein weiterer großer Ausgabeposten sind die Personalkosten mit ca. 2,211 Mio. Euro oder 22% der Ausgaben des Verwaltungshaushaltes.
Die Gemeinde beschäftigt z. Zt. 75 Personen. Diese werden eingesetzt in den Bereichen Wasserversorgung, Gartenbau, Bauhof, Gebäudereinigung usw. Sie sorgen dafür, dass sich die gemeindlichen Einrichtungen in einem ordentlichen Zustand befinden.
Im Innendienst wird Personal eingesetzt, das vorwiegend Dienstleistungen in den Bereichen Meldewesen, Ausweise und Pässe, Gewerbewesen, Sozialversicherung, Standesamt, Entgegennahme von Bauanträgen und vieles mehr, bearbeitet.
Steuern, Steuerbeteiligungen und die Schlüsselzuweisungen sind die Haupteinnahmequellen des gemeindlichen Haushaltes.
Im Gegensatz zu den Gebühren (Kanal-, Wassergebühren usw.) für die Bürger eine Gegenleistung von der Gemeinde erhalten, werden Steuern ohne konkrete Gegenleistung erhoben. Die Steuereinnahmen stellen den Beitrag der Allgemeinheit zur Finanzierung der öffentlichen Aufgaben dar.
Der Vermögenshaushalt
Die Investitionen der Gemeinde werden aus dem Vermögenshaushalt, also dem „Sparkonto“ bezahlt.
Investiert wird z. B. in die Erschließung neuer Baugebiete, die Sanierung von Kanälen und Wasserleitungen, die Erweiterung und Sanierung der Schulgebäude, die Erweiterung und Erneuerung von Kindergärten, aber auch in die Beschaffung von Ausstattungsgegenständen wie
z. B. Computer für die Schule, Fahrzeuge für die Feuerwehren.
Natürlich kann - wie ein Privathaushalt auch - die Gemeinde diese Investitionen nicht vollständig, sondern nur zu einem geringen Teil, aus dem angesparten Geld (Überschuss des Verwaltungshaushaltes) bezahlen.
Zur Finanzierung dieser Investitionen muss die Gemeinde deshalb Kredite aufnehmen. Die Zins und Tilgungsleistungen hierfür müssen im Verwaltungshaushalt (den laufenden Einnahmen) erwirtschaftet werden.